„Was türkische Mädchen im deutschen Bus machen“

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Bin diese Woche in Marburg mit dem Bus gefahren, war in Gedanken versunken als eine türkische Mutter mit ihrer etwa 3jährigen Tochter zugestiegen ist. Ich sah sie aus dem Augenwinkel, selbst das Kind hatte eine Kopfbedeckung auf. Sie setzen sich neben mich und ich musste an die ganze Diskussion über die Zuwanderung und Einbürgerungstest denken. Mutter und Tochter unterhielten sich in Türkisch, so dass ich sie nicht verstehen konnte. Widmete mich meinen Gedanken und sinnierte über Oettingers Auftritt bei Maischberger und seinen Fürsprecher Peter Hahne nach, ich versuchte mich an den Iman Hassan Dabbagh von Leipzig zu erinnern und seine verzweifelten Versuche den Islam als friedliebende Religion darzustellen, die hitzigen Diskussionen ohne Respekt vor dem Anderen und die verzweifelten Versuche von Frau Maischberger eine Linie in die Sendung zu bekommen, als plötzlich, mit glockenklarer Stimme, das kleine türkische Mädchen neben mir anfing zu singen: „Der Mond ist aufgegangen“. Die Fahrgäste drehten sich verwundert um und suchen nach dem Ursprung dieses elfenartigen Gesanges. Das kleine Mädchen hingegen saß verträumt mir gegenüber, spielte mit den Enden ihres Kopftuchs und begann schon mit dem nächsten Lied: „Schlaf Kindlein schlaf“. Mittlerweile waren alle Blicke auf das türkische Mädchen gerichtet, die unterschiedlichsten Menschen schauten sie verwundert aber mit einem warmen Lächeln an, man nickte sich gegenseitig versonnen zu. Friede und Glückseligkeit machte sich einen kleinen Augenblick im Bus breit. Das kleine Mädchen schien von all dem nichts mit zu bekommen und stimmt verträumt „Weißt du wie viel Sternlein stehen“ an, ein altes, traditionelles, türkisches Folklorelied…

5 Comments

  1. zu gestern wollte ich noch sagen. die ironie hast du wahrscheinlich aus meiner aussage gehört. es sollte eine polemik über unsere talkshow- kultur sein ala beckmann und kerner.

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  2. Der gestrige Auftritt von Hassan Dabbagh trug eine andere „Handschrift“ – sexistisch das Gebahren und sexuell das Denken dieses „Vorbeters“, … Predigers. Bei uns singen deutsche Kinder im übrigen ihre Lieder in Türk-Deutsch – auch eine Form der Integration. Die idyllische Welt von Marburg ist nicht die harte Realität Mannheims.

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