„Warum wir uns mehr um die „Liebe“ streiten sollten“

Bibel

Heute hatte ich eine „lustige“ Diskussion um das Thema „Warum wir uns über alles streiten, nur nicht um die Liebe“! Es ist schon komisch mit uns Christen. Wir können uns scheinbar um alles streiten, nur nicht um die Liebe. Wir streiten darum, welche Bibelauslegung die Richtige ist. Ob Sex vor der Ehe Sünde ist. Wie lange eine Anbetung wirklich dauern darf. Oder, ob Frauen tatsächlich predigen dürfen. Und dabei kann es schon richtig heftig zur Sache gehen, da werden so manche Verletzungen auf beiden Seiten billigend in Kauf genommen und nicht selten sprechen Christen kaum noch miteinander und manchmal spalten sich ganze Gemeinden. Beliebt ist das Streiten auch in der Öffentlichkeit, in Zeitschriften oder gar in Büchern. Und das Ganze nur wegen der Wahrheit. Was heißt hier „nur“, wie abwertend. Die Wahrheit ist schließlich das Fundament des Glaubens auf dem alles andere aufbaut, wie mir mein Gesprächspartner mitteilte. Wenn wir hier Kompromisse machen, dann werden wir unseren ganzen Glauben verlieren. Wie in einem Dominospiel, fällt der erste Stein, ist die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Ein plausibles Bild, mit nur einem kleinen Fehler: Es stimmt nicht. Die Wahrheit ist nicht das Fundament des Glaubens, ist nicht der Kern des Christseins. Die Frage nach der Wahrheit ist wichtig, ganz klar aber noch wichtiger ist die Liebe.

21 Comments

  1. @Huge: Na auf jeden Fall kannst du spätestens jetzt sagen, es schwarz auf weiß zu haben…;-)

    @toby: Du schreibst mir aus der Seele. Und die heillosen Auseinadersetzungen könnte ich manigfach bezeugen. Und um es ironischer Weise mit den Hütern des Gesetzes zu sagen: „Es steht doch klar und deutlich im Wort“. Das mit dem lieben meine ich…

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  2. Ich hab schon viele gute Dinge hier in diesem Blog gelesen. Aber, ich glaub, das ist das Beste, für mich jedenfalls … 😉
    Man kann sich das nicht oft genug klarmachen, immer und immer wieder!

    Danke!

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  3. Toby, ich bin mit deiner Analyse sehr einverstanden – aber nicht mit der Schlußfolgerung.

    Ich stimme dir uneingeschränkt zu, dass Jesus seine Nachfolger nicht dazu berufen hat, „auf der richtigen Seite zu stehen“. Zu oft wird von zu vielen bei zu vielen Fragen die Wahrheit als gefährdet befürchtet – und entsprechend hart und heftig auf Anfragen, Fehler und Veränderungen reagiert. Die „Dominotheorie“ ist in vielen Köpfen absolut verankert – und sie ist es, die nicht stimmt. Mein Glaube steht und fällt eben nicht damit, dass „ich es die ganze Zeit über richtig gewusst habe“. Er steht und fällt mit meinem Herrn, der mich aushält und erhält und festhält, auch wenn ich manchmal ganz schön schräg ticke.

    Aber dennoch bleibt Wahrheit unser Fundament: Zwar nicht die selbst erkannte oder geglaubte Wahrheit – aber die Wahrheit im Sinne von „Realität Gottes“. Und die lässt sich nicht gegen die Liebe ausspielen.

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  4. @pixelpastor:Das ist natürlich ein verkürzter Schluss und vielleicht missverständlich, mir geht es nicht um eine Trennung von Wahrheit und Liebe oder gar um einen neuen Dualismus, ganz im Gegenteil, die Liebe beinhaltetet Wahrheit und Gerechtigkeit etc. Das macht sie ja so stark und besonders. Aber im Kontext auf die „Streitereien“ „verselbstständigt“ sich die eigene Meinung oft als „biblische Wahrheit“ und löst sich sozusagen von der Liebe. Die Liebe bleibt am Ende (1. Kor 13, nicht die Erkenntnis) und sollte unser handeln bestimmen, was, zumindest für mich, sehr herausfordernd bleibt…

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  5. Tobi, du sprichst mir wirklich aus der Seele 🙂
    Erst vor einigen Tagen hatte ich eine so heftige Diskussion gehabt und es war so verletzend.
    Einige haben mit Bibelversen um sich geworfen, um Ihre Meinung zu begründen, aber es war keine Liebe da. Als ich es ansprach, da war eine Diskussion nicht mehr möglich… Voll schade…
    Denn zum Lieben gehört auch vergeben und nicht weiter mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Unser Nächster ist nicht der, den ich mag, sondern jeder der mir begegnet.

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  6. sehr schöner beitrag. als ob irgendeiner von uns die ganze wahrheit überblicken könnte. wenn man all die vielen meinungen zu manchen themen sieht, wieso nicht auch mal drüber nachdenken, daß man selbst auch falsch liegen könnte – das würde die sache mit der liebe irgendwie erleichtern. ständig sind alle damit beschäftigt ihre standpunkte möglichst standhaft zu vetreten. wieso nicht mal selber gott fragen und den anderen ermutigen das auch zu tun. hach. überall wird halt gemenschelt 🙂

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  7. Moin Toby,

    wie genial…. ich dachte beim Lesen „Endlich mal einer, der es ausspricht….!“
    Die beste „sinnlose“ Diskussion, die ich mitbekommen habe war „Weihnachtsbaum ja oder nein?“ dafür wurde auch noch ne Gemeindeversammlung ins Leben gerufen!!
    Ich dachte nur, dass es doch so scheißegal ist ob da so ne abgemerkelte Tannte vor der Kanzel steht oder nicht…. falls sich einer vor das Ding kniet und hingebungsvoll anfängt zu beten und „Oh Tannenbaum“ zu singen ist noch alles im grünen Bereich!
    Die Diskussionen nerven mich ohne Ende, da die Leute oft in so eine „Ich will Recht haben“ Stimmung fallen und eben irgendwo die Liebe zurück bleibt.
    Gut, sich auch selbst immer wieder daran zu erinnen.
    Danke dafür
    Gruß
    Jesus-Punk

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  8. Oh merke gerade habe einige Schreibfehler drin…. naja, bin noch nicht ganz wach…. Sonntags laufe ich nur auf Stand By.
    Also ich meine Tanne und nicht Tante!
    Hähä
    JP

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  9. „Wirkliche Wahrheit unterscheidet
    sich von jeder phrasenhaften
    Wahrhaftigkeit dadurch,
    daß sie etwas ganz Bestimmtes will,
    daß etwas geschieht-
    nämlich, daß sie den Menschen löst,
    frei macht.“
    (D.Bonhoeffer)

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  10. Ich hatte überlegt das Zitat noch zu kommentieren, aber dann dachte ich: Nee, lass mal. Es spricht für sich. 😉

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