„Dürfen Muslime und Christen zusammen Gottesdienst feiern?“

Christen, Christentum, Gemeinde, Kultur & Glaube, Theologie

„Vor Kohle sind wir alle gleich und vor Gott?“
Schon im Vorfeld gab es eine große Diskussion um den heute ausgestrahlten ZDF Fernsehgottesdienst aus der baptistischen Friedenskirche in Kamp-Lintfort. Zum 100jährigen Bergbaujubiläum feierten Christen und Muslime zusammen einen Gottesdienst. Dies stieg vor allem bei konservativen Christen auf viel Widerspruch, von Religionsvermischung und Verharmlosung des Islam war da die Rede. Ich habe den Gottesdienst anders wahrgenommen, er ist ein toller und eindrucksvoller Beweis, dass es nicht nur eine ideologisierende Auseinandersetzung der Religionen gibt, sondern das tatsächlich ein religiöser Dialog möglich ist. Danke.
Hier der Fernsehgottesdienst in der ZDF Mediathek.
Hier ein Interview mit Pastor André Carouge im DeutschlandradioKultur.
Bericht bei evangelisch.de mit interessanter Diskussion.

42 Comments

  1. ich frage mich immer, welche Instanz über dieses „dürfen“ eigentlich befinden soll. Der Papst? Die EKD-Synode? Oder halten wir es mit Paulus und sagen „alles ist erlaubt“?

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  2. o.k. letzter Versuch (sorry!):

    Das Ganze klingt, als wären die verschiedenen Religionen folkloristische Eigenarten.

    Und @Peter: Dein Zitat passt nicht. Paulus schreibt in 1Kor 6 und 10 über Essgewohnheiten, nicht über interreligiöse „Gottesdienste“.
    Das Thema behandelt er in 2Kor. 6,14.

    Viele Grüße, Christian

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  3. Also, dass es in 2Kor. 6,14 um den interreligiösen Dialog geht ist etwas weit hergeholt. Ich weiß, dass der Vers für vieles in der christlichen Welt herhalten muss, aber ich glaube, dass es nicht gerade förderlich ist, den Anderen so zu behandeln…

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  4. … förderlich wofür?
    oder meinst du: politisch korrekt?

    Belial war doch immerhin auch eine Art Gott, also weshalb nicht gemeinsam Gottesdienst feiern, damit wir alle voneinander lernen, weil wir alle so verschieden sind?
    Licht – Finsternis … welche Instanz will das entscheiden?

    Sola Scriptura? Schön und gut, aber heute wissen wir doch, dass gerade das Alte Testament stark kulturell beeinflusst war!

    Sola Fide? Nun, mag für Christen gelten … doch in andere Religionen wird man hineingeboren, das müssen wir gelten lassen.

    Sola Gratia? Ein Weg unter vielen. Wenn andere es mit Werkgerechtigkeit versuchen möchten, warum nicht?

    Sola Christo? Das gilt für unseren Kulturkreis, anderen stellt sich Gott anders dar. Man sollte das Thema nicht ideologisieren!

    Sorry, merkt ihr eigentlich noch irgendwas?

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  5. Da muss man idea ausnahmsweise mal loben. Da wurde doch tatsächlich mal der alte journalistische Grundsatz der Trennung von darstellenden und Meinungsartikeln beherzigt – eine Tugend, die leider auch in den sogenannten „Qualitätsmedien“ (ZEIT, etc.) zunehmend in Vergessenheit gerät.

    Danke auch fürs Zusammenstellen der Links – sehr interessant.

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  6. Pointiert wie immer! 😉

    Also:
    Sola Scriptura? Schön und gut, aber heute wissen wir doch, dass gerade das Alte Testament stark kulturell beeinflusst war! Nicht nur das AT ist kulturell beeinflusst, sondern auch das NT! Ohne Kultur keine Inkarnation, ohne Inkarnation keine Evangelium! Der Kreuzestod Christi ist auch ein historisches Ereignis!

    Sola Fide? Nun, mag für Christen gelten … doch in andere Religionen wird man hineingeboren, das müssen wir gelten lassen.
    Klar werden andere Menschen in andere Religionen hineingeboren, wer würde das leugnen? Und Gott spricht zum Beispiel durch Träume auch in andere Religionen hinein! Wer würde das leugnen?

    Sola Gratia? Ein Weg unter vielen. Wenn andere es mit Werkgerechtigkeit versuchen möchten, warum nicht? Wie kommst du auf Werkgerechtigkeit? Du machst doch ständig den Weg „eng“, du also ein Mensch, Gottes Gnade ist viel größer, sola gratica bleibt der Grund des Glaubens!

    Sola Christo? Das gilt für unseren Kulturkreis, anderen stellt sich Gott anders dar. Man sollte das Thema nicht ideologisieren!
    Christus ist der Weg zum Vater (Joh 14,6), in ihm wird die Gnade sichtbar und sein Kreuz und seine Auferstehung sind die Hoffnung für die Menschheit!

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  7. Ich mache den Weg eng? Genau! Die ewig gestrigen, konservativen Spießer haben den Anschluss an die gute neue Zeit verpasst, in der wir endlich auch die Bibel mit ihrem kleinlichen Partikularismus kulturell und historisch einordnen können und zu einem weiteren universellen Verständnis der Gnade kommen können. Wir werden uns noch wundern, wie alle beschämt dastehen werden: Elia, Jeremia, Jesaja, Paulus, dazu natürlich Luther, Calvin und alle Puritaner, weil sie allesamt Gottes Gnade nur durch ihre kulturell dunkel eingefärbte Brille gesehen haben!
    Schöne, neue Zeit: Wir beten verschiedene Götter an, na und? Welche Instanz will das beurteilen?!

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  8. in aller Demut eine schöne Reihenfolge:
    Elia, Jeremia, Jesaja, Paulus, dazu natürlich Luther, Calvin, Hand Christian! 🙂

    Naja, du bist schon ein Wortverdreher. Lese doch noch mal durch was ich geschrieben habe und dann deine Antwort und erkläre mir, wie du dann auf „Wir beten verschiedene Götter an, na und?“ kommst?

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  9. Ich meinte Herrn Carouge, der im Gottesdienst feststellt: Wir glauben an unterschiedliche Götter!

    Gibt es mehrere?

    Und die „befindende Instanz“ stammt aus Aschoffs Kommentar, der seinen weitherzigen Universalismus mit einem zusammenhanglosen Pauluszitat belegt.

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  10. Das wollte ich hören!
    Nun vergleich das mal mit deiner Überschrift:
    „Dürfen Muslime und Christen zusammen Gottesdienst feiern?“
    Da werden innerhalb eines Gottesdienstes gleich zwei verschiedene Götter verehrt, wo es doch nur einen gibt. Absurdes Multitasking!
    Musst du das nicht selbst zugeben?

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  11. Nein, es gibt nur einen Gott, nicht zwei, vielleicht gibt es zwei Religionen udn es gibt Menschen die verschiedene Götter anbeten, aber es gibt nur einen lebendigen Gott….

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  12. Richtig:
    Und wenn es nur einen Gott gibt, aber Herr Carouge feststellt: Wir glauben an unterschiedliche Götter, so sagt er damit entweder:
    Dieser eine Gott ist weder deiner noch meiner, sondern ein anderer, der „irgendwie“ darüber steht.
    Oder er sagt:
    Dieser eine Gott ist unsrer, nicht eurer (was in dem Zusammenhang unpassend wäre),
    oder er sagt:
    Ich weiß nicht, welcher Gott der wahre Gott ist (was mindestens ebenso unpassend wäre, denn dann hätten die Muslems gesagt: Wir wissen es aber!

    Du siehst: In jedem Fall eine absolut absurde Veranstaltung!

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  13. Die Frage kann ich nicht beantworten, da müsstest du Herrn Carouge selbst fragen.

    Was mir aber missfällt, ist die Art udn Weise wie du argumentierst. Wenn du den Gottesdienst verfolgt hast, dann hast du auch die lange Geschichte der beiden „Parteien“ mitbekommen und es geht nun mal nicht nur um eine intellektuelle, theologisch objektive Argumentation, sondern um das Miteinander von Menschen, was in der Bibel immer eine zentrale Bedeutung hat. Du kannst die Frage nach der Wahrheit nicht von der Liebe und der Gemeinschaft trennen.

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  14. Bei deiner Argumentation wiederum steht eindeutig nicht Gott, sondern der Mensch im Vordergrund:

    „Das Miteinander von Menschen“, „Liebe und Gemeinschaft…“

    Ein Gottesdienst“ sollte keine folkloristische Veranstaltung sein, sondern eben „Gottes Dienst“, und er bestimmt die Regeln.

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  15. Und die wären: Kein fremdes Feuer auf dem Altar, keine Lesungen aus den heiligen Büchern konkurrierender Religionen.

    Das muss man sich mal vorstellen: Suren des Koran im christlichen Gottesdienst! Das sucht seinesgleichen.

    Welch Eindruck wird da den Muslems von der Ehrfurcht der Christen vor ihrem eigenen heiligen Buch, der Bibel, vermittelt!

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  16. Anonymous

    Zunächst mal muss man objektiv festhalten, dass Koran und Bibel ein anderes Gottesbild zeichnen.
    Dann muss man unterscheiden zwischen der Frage: „Welches ist das richtige Gottesbild“, und „Kann der Richtige eine Wahre Gott auch dann Gebete erhören, wenn man sie an die falsche Adresse sendet?“.
    Ich denke, der in der Bibel beschriebene Gott ist der wahre Gott. Insofern der Koran ein anderes Gottesbild zeichnet, ist es falsch.
    Trotzdem kann Gott sich erbarmen, wenn ein Muslim ehrlichen Herzens nach Gott sucht und zu ihm schreit, dass er sein Gebet dennoch erhört. Aber auf mittlere Sicht hat Gott immer das Ziel, die Muslime zu Jesus Christus zu führen. (Damit sie die volle Offenbarung haben, und nicht mehr im (Halb-)Dunkel tappen.

    Ein Aspekt, der hier noch nicht erwähnt wurde, ist der des Dämonischen. Paulus redet von „Lehren, die von Dämonen eingegeben wurden“.

    Man darf also auch die Möglichkeit von bewusst falschen Offenbarungen (dämonisch inspiriert) nicht ausschließen. Das muss beim „Interreligiösen Dialog“ berücksichtigt werden. Dass man das aus Taktgefühlt nicht immer gleich am Anfang sagt, versteht sich von selbst. Man muss unterscheiden zwischen „Erkenntnis über die andere Religion“ und „wie bringe ich’s rüber“.
    Also: nicht JEDE „Offenbarung“ führt automatisch näher zu Gott. Manche ist bewußt dazu inspiriert worden, um von Jesus Christus wegzubringen.
    Ich fände es auch schön, wenn es anders wäre. Aber mit der dämonischen Welt müssen wir rechnen.

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  17. @Tobias,
    Fazit: Die Geschichte ist nett, die Kumpels sind sympathisch.
    Mein Einspruch richtete sich auch mehr gegen die wesentlich weniger sympathischen Implikationen, die damit verknüpft, und die Rollenzuweisungen, die daraus abgeleitet werden.

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  18. @Hans-Christian: Ich kann deine grundsätzlichen Bedenken gegenüber einem gemeinsamen Gottesdienst durchaus teilen und kann es mir auch nicht vorstellen, dass so was erstrebenswert wäre. In diesem konkreten Fall, geht es aber um eine einmalige Veranstaltung, in der Muslime mitgewirkt haben, dies ist für mich sehr wohl vorstellbar und läuft aber unter dem interreligiösen Dialog.

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  19. Anonymous

    @Tobias,
    ob der Koran dämonische Elemente hat, sei noch mal dahingestellt.

    Trotzdem dazu nur kurz: als Mohammed (wie er es öfters tat) einige Tage in einer Höhle fastete, und die „erste Offenbarung“ erhielt, war er sehr erschrocken und dachte, es sei ein Dämon, der ihn da überfallen hatte. Erst ein Ebionitischer Priester und seine Frau Kadidja überzeugten ihn, das müsse stattdessen der Engel Gabriel gewesen sein, und ermutigten ihn, wieder in die gleiche Höhle zu gehen und weiterzumeditieren.
    (Man liest auch von „epileptischen Anfällen“ von Mohammed).

    Ich persönlich denke, die „Offenbarungen“ des Koran sind wohl so eine Mischung aus „von Dämonen eingegeben“ und von Mohammed erfunden bzw. im Wahn „erhalten“ – viele seiner Offenbarungen dienten ja seinem eigenen (materiellen oder sexuellen) Vorteil.

    Man sieht es ja auch an der Frucht des Islam – ein einziges Blutbad. Bis in diesen Tagen in Nigeria, Sudan, Indonesien. Gerade in den letzten Tagen gab es wieder mehrere Selbstmordattentate in christlichen Kirchen in Nigeria – das ist Teil der Djihad-Strategie, um Nigeria für den Islam zu erobern, auf dem Weg dahin, ganz Afrika für den Islam einzunehmen. Denn Nigeria zählt neben Sudan und Südafrika und Äthiopien zu den „key-nations“ bei der Islamischen Strategie.
    (Nicht, dass wir Christen immer so gut gewesesen wären. Das lag aber daran, dass wir dem Vorbild Jesu nicht gefolgt sind. Bei Mohammad ist die Lage anders – er hat selber ca 38-40 Angriffskriege geführt).

    Siehe dazu übrigens das Buch „Jesus und Mohammed“ von Mark A. Gabriel.

    Was das „Feiern“ von Gottesdiensten angeht: das kann man eigentlich nur mit Gleichgesinnten. Wenn man glaubt, der andere ist auf dem (bezüglich des ewigen Lebens und bezüglich wahrer Gotteserkenntnis) gefährlichen Irrweg, kann man eigentlich nicht wirklich „feiern“, sondern müßte eher beten für die anderen.

    Ein „Dialog“ ist sicher hilfreich, wenn man die Wahrheiten in respektvoller und freundlicher Manier weitergibt; aber ein „Feiern“ eines Gottesdienstes gehört da wohl nicht dazu.

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  20. @ Anonym:
    Das sehe ich ähnlich: Gemeinsame Gottesdienste bewirken eher das Gegenteil von dem Beabsichtigten: Sie schaffen vorhandene Tatsachen, die einen echten kritischen Austausch erschweren.

    Der Bezug zum Barmherzigen Samariter hilft auch nicht weiter.
    Die Samariter waren keine Anhänger fremder Religionen. Sie warteten ebenso wie die Juden auf den Missias, nur über den Ort der Anbetung herrschte Uneinigkeit.

    Jesus sagte zur samaritischen Frau in Joh 4:
    Weder hier, noch dort, sondern es kommt die Zeit und ist schon jetzt, dass die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit werden. Der Vater will haben, die ihn also anbeten.

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  21. Anonymous

    Wo bleibt da die Ehrfurcht vor Gott? Gottesdienst ist doch kein religiöser Dialog

    Im Gottesdienst (oder wie Hans Christian schreibt Gottes Dienst) steht Jesus im Mittelpunkt. Wir feiern ihn, und nicht uns selbst, oder die tolle Gemeinschaft… durch Jesus können wir vor Gott treten, Ihn anbeten und auf sein Wort hören.
    Ich freue mich, dass Muslime in dieser Gemeinde das Evangelium hören, und wünsche der Gemeinde, dass sie ganz auf das verändernde und kraftgebende Wort Gottes baut.

    gruß, kerstin

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  22. JuliaBerlin

    Hallo, ich hab mal kurz in den Gottesdienst geschaut. Ich muss sagen, ich ziehe meinen Hut vor den Muslimen, die dabei waren. Denn es war mehr, so mein Eindruck, ein evangelischer Gottesdienst als ein muslimischer. Irgendwie haben sich die Muslimen mehr uns angepasst, als wir ihnen. Sie haben dann zwar nicht die Lieder mitgesungen, aber Respekt, Sie haben Respekt gezeigt. Und so etwas kann ein Zeichen sein in einer Welt die auch von Religionskriegen und Fanatismus geprägt ist.

    Gleichzeitig bezweifle ich, dass wir ab jetzt nur noch gemeinsam Gottesdienst feiern sollten. Dann kann ich gleich Bahai werden, die in ihren Gottesdiensten aus jeder Weltreligion Schriftstellen vorlesen unter dem Motto, zusammen erfassen wir das Geheimniss „Gott“. Mir hat jemand mal die Geschichte erzählt, Gott sei ein riesig großer Elefant und jede Weltreligion kann nur ein anderes Körperteil von ihm erfassen, niemand erfasse ihn in seiner Größe und Ganzheit. Daraufhin hat mein ehemaliger Pastor gesagt: „Und was wenn der Elefant spricht und erklärt, was und wer er ist?“ Genau das hat Gott gemacht. Durch die Bibel. Das ist das Wort Gottes, dem ich mich unterordne. Und in der stehen nun mal zwei Sachen drin, die einer Verschmelzung von Christentum und Islam widersprechen. Zum einen ist ja die Grundidee des Christentums Erlösung aus Gnade. Dh Jesus ist für unsere Schuld gestorben, und zwar die Schuld aus unserer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich habe eine Freikarte zum Thronraum Gottes für alle Ewigkeiten. Ganz anders der Islam: Hier muss ich mir meine Erlösung erst verdienen. Die Freikarte ist nicht kostenlos.

    Der zweite Punkt, weshalb Christentum und Islam niemals verschmelzen können, ist: Jesus verspricht nur denen eine Freikarte zur Gegenwart Gottes, die an ihn, und nur ihn allein, glauben. „ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Zitat aus Bibel). Es bringt mir und auch einem Moslem rein gar nichts, wenn ich 5x am Tag auf meinen Knien bete, regelmäßig faste, den Armen gebe undundund…. sondern was alleine zählt für eine Beziehung mit Gott ist eben mein Glaube an Jesus und seine Sündenvergebung. Gnade ist der einzige Weg. Wer es mit Werkgerechtigkeit versucht, muss scheitern, denn die Ansprüche Gottes sind einfach zu hoch. Gott macht keine Kompromisse. Deshalb mache ich auch keine. Ich werde niemals vor Allah meine Knie beugen, sondern nur vor Jesus.

    Dennoch: Jeder soll doch das glauben was er für richtig hält. Deshalb werde ich immer Muslime in Ihrem Glauben respektieren, wünsche mir aber auch, von ihnen respektiert zu werden. Was leider auch nicht selbstverständlich ist. Ich kenne christliche Pastoren, die aus der Türkei ziehen mussten, weil sie Morddrohungen erhalten haben. Deshalb finde ich solche Gottesdienste auch eine schöne Sache, wenngleich ich ihn anders gestaltet hätte. Aber wie gesagt: Respekt!

    Aber die Weltreligionen in einen Cocktailbecher schütten, ordentlich schütteln und dann nur das heraussieben, was einem gefällt, das geht nicht. Ich habe mich entschieden, nur den christlichen Abendsmahlcocktail zu trinken. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.

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  23. Von diesem Einzelereignis wie gesagt mal abgesehen (die Fragestellung des Postings, sowie die ersten Kommentare legen eine allgemeinere Diskussion nahe), erinnern die Formulierungen und Begründungen an das römische Nostra Aetate aus Vaticanum II:

    „Das Gemeinsame in den Religionen suchen“, die „Suche nach Gott in Form einer Wahrnehmung jener verborgenen Macht“, „Wir sind so verschieden, damit wir voneinander lernen“ „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in anderen Religionen wahr und heilig ist.“

    Den römischen Bemühungen (wie dem Ökumenischen Gebet in Assisi) liegen klar machtpolitische Erwägungen zugrunde, als eine Art Dachverband alle Religionen unter den Vorsitz des Papstes zu vereinen.

    Nur – was treibt die Baptisten, in dieses Konzept einzusteigen: Blauäugigkeit, Ignoranz? Oder sind sie einfach nur nett?

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  24. Nur mal ein paar (natürlich besserwisserische) Beobachtungen;-)
    1. Mir fällt auf, dass Peter ziemlich schnell aus der Diskussion ausgestiegen ist. Könnte das am Stil der Diskussion liegen?
    2. Ich lese bei Hans-Christian ein beeindruckendes Repertoire an Bezügen, Belegen und theologiegeschichtlichem Wissen. Es scheint fast, als hätte all das nur darauf gewartet, mal angewandt zu werden.
    3. Die Diskussion verliert sich ein wenig in der Unschärfe der Eingangsfrage. Nennen Muslime ihre Versammlungen „Gottesdienst“? Wenn nein, bleibt von der Frage im Grunde nur ein, dürfen Muslime an einem christlichen Gottesdienst teilhaben? Zwar gibt es tatsächlich Gemeinden, in denen das ein NoGo sein mag, aber gottlob sind dies hoffentlich die Ausnahmen, die die Regel bestätigen, dass Gottesdienste öffentliche Veranstaltungen sind.
    Nun könnte man, wie PRO oder auch IDEA noch fragen, ob das Lesen eines Suren-Fragmentes einen christlichen Gottesdienst entweiht. Ich fürchte, dass kann man einfach unterschiedlich bewerten. In Kamp-Lintfort hat man damit offenbar keine Probleme. Ich hätte sie auch nicht. Vor allem deswegen, weil eine gelesene Sure nach meinem Verständnis nicht prinzipiell den Rahmen des Gottesdienstes verändert. Im vorliegenden „Fall“ akzentuiert eine Übereinstimmung von unterschiedlichen Texten in Sachen „Barmherzigkeit“ die grundlegende Wahrheit, das mein Glauben eine soziale Dimension hat und keine Privatsache ist. Da vernehme ich keinen dämonischen Einfluss.
    4. Ach ja, und wenn etwas „absurd“ ist, dann wohl die Verbindung, dass „die Baptisten“ in ein machtpolitisches Konzept der katholischen Kirche einsteigen.
    5. Ja, nett sind wir wohl ;-).

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  25. Rinkeson,
    du hast völlig Recht: Gottesdienste sind für jeden offen und öffentlich! Die Eingangsfrage war allerdings irreführend formuliert. Doch darin sehe ich keinen Zufall oder Lapsus, sondern, man korrigiere mich, tiefere Absicht.
    Die emergente Bewegung (zumindest einige ihrer prominenten Speerspitzen) tendiert dahin, Gemeinsamkeiten der Religionen und Gottesbilder herauszustellen, als sei der natürliche Mensch in der Lage, von sich aus in gewissem Maße zu einer adäquaten Auffassung von Gott und korrekten Interpretation des Seins zu gelangen (übrigens eine Gemeinsamkeit mit römischer Theologie).
    Darin widersprechen sie freilich Paulus, der dem natürlichen Menschen attestiert, dass er die Wahrheit aufgrund seiner Gottesebenbildlichkeit zwar kennen sollte (und in gewisser Weise kennt), doch seine ganze Energie darauf verwendet, diese „in Ungerechtigkeit zu unterdrücken“. (Römer 1,18)

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  26. Anonymous

    Thomas Gladbeck
    Zu JuliaBerlin
    1.Da war ein Hauch von Pfingsten – in diesem Gottesdienst, das hast auch Du gespürt. Wie haben doch damals die Menschen aus den verschiedensten Völkern gestaunt, als die Mauern zwischen ihn gefallen waren, entsetzt waren einige: „Was will das werden?“ APG 2 Das war damals und ist auch heute das Werk des heiligen Geistes, wenn die Mauern zwischen Menschen fallen und sie anfangen einander zu vertrauen. Gott ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten MT22.

    2. Du sagst: „Ich habe eine Freikarte zum Thronraum Gottes für alle Ewigkeiten…Ganz anders der Islam. Die Freikarte ist nicht kostenlos.“ – So haben damals – zu Zeiten Jesu auch einige der Juden geglaubt: Nur wir sind erwählt! Und Jesus sagt uns: „Hört nicht auf sie, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“ MT7,16 Das ist die Versuchung der Frommen aller Zeiten, sich Gottes zu bemächtigen: Ich habe! Dietrich Bonhoeffer nannte dieses Besitzerbewußtsein „billige Gnade“.

    3.Wie liest Du Matthäus 12,31-33 wo es heisst: „ wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird`s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt“ ?- Trau Gott doch zu dass Er zu uns spricht-heute –mitten im Leben geschieht es wie damals an Pfingsten und dann geschieht es: Lahme stehen auf! … Feinde werden Freunde.. Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
    4. Wie liest Du 1.Kor.15,20-28? Paulus gibt uns dort einen großen Ausblick auf den Weg des Christus und seine Wirkung der dahin führt: „dann wird auch der Sohn selbst dem untertan sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.“ – Könnte doch sein, dass wir in dieser Zeit leben in der also christlich und unchristlich Menschen nicht mehr unterscheidet – weil es heute niemanden mehr gibt, der nicht Gedanken denkt und Wege geht, die in Christus allen eröffnet wurden.

    5. Wir leben nach den Weltkriegen und unsere Lebensweise gefährdet das Leben auf dem Planeten insgesamt. Lasst uns demütig von unseren Hoffnungen erzählen, denn wir hoffen zu glauben. Mehr können wir heutigen nicht sagen und hoffend auf Erneuerung des Lebens den Weg Jesu gehen, den Weg der Liebe, der der Weg zu Gott war und ist und sein wird.

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  27. @Hans-Christian: Ja, vielleicht war die Überschrift sehr allgemein formuliert, eigentlich ging es mir um das beschriebene Beispiel. Erstaunt bin ich ja immer wieder was du alles über die emergente BEwegung weißt, da bist du immer viel besser informiert wie ich. Aber ich lerne gerne von dir! 🙂

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  28. @Julia: Ich kann deine GEdanken verstehen, würde sie aber so nicht teilen, da es für mich nicht um eine Religionsvermischung geht oder gar um das bestreben eine Einheitsreligion zu bekommen, sondern um den respektvollen Umgang zwischen Menschen mit verschiedenen Religionen. Vielleicht ist da der Gottesdienst kein generell gutes Beispiel, in dem beschriebenen Fall, finde ich es jedoch plausibel.
    Dazu kommt ja noch eine Frage: Kann Gott in und durch andere Religionen sprechen? (siehe meinen neuen post). Also, was passiert, wenn Muslime einen Traum von ihrem Propheten Mohammed haben, der sich als Sohn Gottes vorstellt?

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  29. @tobis wg. Julia

    Dieser „Mohammed“ der Vision ist ein Trugbild und widerspricht dem Koran. Der Koran ist nach der Bibel verfasst worden und steht im Widerspruch zur Bibel (Geauso wie das Buch Mormon). Im Widerspruch deswegen, weil der „Isa“ im Koran nicht der Jesus der Bibel ist, sondern nur ein Mensch, der nicht am Kreuz gestorben ist. Laut Bibel steckt hinter dem Koran ein antichristlicher Geist, weil dieser „den Jesus Christus im Fleisch gekommen“ verleugnet.

    Wenn in der Bibel nicht eindringlich vor großen Verführungen, falschen Christussen und flaschen Propheten gewarnt worden wäre, dann könnte man dem ganzen durchaus was positives abgewinnen.
    Jetzt redet die Bibel aber schon im ersten Jahrhunder davon: „Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.“
    Danach kam einiges dazu, u.a. der Islam.

    Wer diese Warnungen ausblendet, steht in Gefahr, selbst verblendet und verführt zu werden, egal ob man Mission betreiben will oder nicht.

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  30. Lieber Thomas Gladbeck: „Ein Hauch von Pfingsten“, kleiner Unterschied: Kein Rauschen, kein Feuer, keine herbei eilenden Massen, keine christozentrische Predigt, kein Aufruf zur Taufe und Umkehr.

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