„Rückblick Reformationsjubiläum. Das Beste in zehn Links.“

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Das Reformationsjubiläum ist noch nicht vorbeigewesen, da hat der Kampf um die Deutungshoheit schon begonnen. Prominente Theologen übten scharfe Kritik, Kirchenoberhäupter verteidigten sich, die einen sahen großen missionarischen Möglichkeiten, die anderen eher die vertanen Chancen. Aber so muss das wohl sein.

Mein subjektiver Rückblick in zehn lohnenswerten Links:

  1. Beste Rede: Erik Flügge

„Die Reformation ist radikal. Sie ist zornig, sie tobt, wütet, ist unversöhnlich, arrogant, besserwisserisch, spaltend, befreiend, intellektuell, hassend, versöhnend und erhebend. Sie ist meisterhaft und kleingeistig. Sie bringt Freiheit und Vernichtung. Sie stiftet Gemeinschaft und pervertiert sich in Abgrenzung. Sie ist voller Glaube und voller Verachtung. Demütig und übermütig zugleich. Die Reformation ist mutig und damit zugleich Gründerin und Gegenbild des Protestantismus von heute.“

  1. Bester Podcast: Jens Stangenberg „Radikale Reformation“

„Die Beschäftigung mit Personen und Themen der Radikalen Reformation hat mich verändert. Zuerst begeistert über alternative Denkansätze, dann genervt über dunkle Seiten der Kirche. Viel Gutes wurde schon früher gedacht, kam aber nicht zum Zuge. Das ist frustrierend. Und doch gibt es Anknüpfungspunkte, Gedanken von damals ins Heute zu übertragen. Es ist wichtig, sich mit den nonkonformistischen Strömungen verbunden zu fühlen und sich für eine Gestalt von Kirche orientiert an Jesus von Nazareth einzusetzen.“

  1. Bestes Hoffnungszeichen: Versöhnung zwischen den Kirchen

Als Protestanten und Katholiken gemeinsam Abendmahl feiern? Und das ausgerechnet im Reformationsjahr. Das wäre es gewesen! Soweit kam es nicht. Leider. Aber es gab gute und hoffnungsvolle Schritte, ein sehr bewegender war der ökumenische Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim war ein zentrales Ereignis der Reformationsfeierlichkeiten.

  1. Beste kritische Auseinandersetzung: Thorsten Dietz: Luthers und der Antisemitismus

Es gibt, aus heutiger Sicht, vieles kritisch in der Epoche der Reformation zu sehen und es wurde auch offen diskutiert, was gut und richtig war. Eine Linie in der Auseinandersetzung war dabei Luther und der Antisemitismus und hier sei auf den sehr hörenswerten Vortrag des Lutherkenner Thorsten Dietz verwiesen.

  1. Bestes Sprachereignis. Literaturwissenschaftler Heinrich Detering über das Sprachgenie Luther und die Auswirkungen auf die deutsche Sprache.

Reformation ist mehr als Theologie, sie ist ein kulturelles und gesellschaftliches Ereignis mit weitreichenden Folgen, bis heute. Hier geht es um unsere Sprache.

  1. Bester Blick über den Tellerrand: Die Reformation aus der Sicht Afrikas. Erna and Willem H. Oliver über „An African Reformation”.

Wie haben andere Länder eigentlich die Reformation gesehen? Oder gefeiert? Ein interessanter geschichtlicher Ein- und Ausblick aus afrikanischer Perspektive.

  1. Bester Überblick: Die offizielle Seite der Reformation: EKD

Es wurde gefeiert, gejubelt und gestritten. Geklotzt statt geklettert und viel geschrieben und gesagt. Einen Überblick mit vielen interessanten Texten und Links gibt es auf der offiziellen Homepage der EKD.

Bester kritischer Rückblick an drei Beispielen

8. Johan Schloemann in der Süddeutschen: „Betend, beschwingt, mitunter enervierend freundlich“

9. Ein Rückblick in fünf Szenen: Friederike Erichsen-Wendt und das „Jubilierendes Christentum“

10. Eine Basiskritik: „Was haben wir übersehen?“ von Ursula Muth und Hannes Leitlein

 

 

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