“Einbruch oder Aufbruch: Warum Menschen aus der Kirche austreten und was dagegen gemacht werden kann. Ein Einblick in die aktuelle Diskussion.”

Theologie

 

Seit die Universität Freiburg in Verbindung mit der EKD eine langfristige Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens für die 20 evangelischen Landeskirchen und 27 römisch-katholischen (Erz-)Diözesen in Deutschland bis 2060 mit dem Ergebnis ermittelt hat, dass sich die Mitgliedschaften beider Kirchen um die Hälfte reduzieren wird, ist das Thema Kirchenaustritt in fast aller Munde. Die Mitgliedschaft der evangelischen Kirche in Deutschland würde sich demnach von 21,5 Millionen Mitgliedern im Jahr 2017 auf 10,5 Millionen im Jahr 2060 reduzieren. Diese Zahlen zwingen die Kirche in Bewegung, denn eines ist sehr deutlich; dass die Halbierung der Mitglieder Auswirkungen auf alle Bereiche der Kirche haben wird.

André Kieserling bemüht letzte Woche in der FAZ sogar den großen Soziologe Niklas Luhmann und stellt die inhaltliche Frage: „Luhmann fragt nun auch für diese Lage, was sie für die Dogmatik des Glaubens bedeutet: Soll man davon ausgehen, dass die Leute nun erstmals aus rein religiösen Gründen in die Kirche gehen, einfach weil sie sonst ja nichts davon haben? Soll man ihren Verbleib in der Mitgliedschaft als eine Art von Votum zugunsten der offiziellen Dogmatik verstehen? Oder gar in den Motiven für Kirchenaustritte nach Anregungen für eine zeitgemäße Neuauslegung des Glaubens suchen?“

Erik Flügge darf in der Diskussion natürlich nicht fehlen und neben seinem Buch „Eine Kirche für viele statt heiligem Rest“ gibt er auf seiner Homepage fünf (persönliche) Gründe für den Kirchenverbleib zur Diskussion: 1. Kirchen interessieren sich für alte Leute, 2. Der Tod kommt plötzlich, 3. Kirchen organisieren schichtübergreifend Begegnung, 4. Kirchen sind irrational und 5. Kirchen mit weniger Mitgliedern werden radikaler. Außerdem versucht er kurz und knapp konstruktive Antworten auf die viele Fragen zu geben. Das wiederum findet der Blogger oder Journalist Philipp Greifenstein vom Magazin Eule zu aktionistisch und empfiehlt Erik Flügge „Demut statt Handlungswut“. Der Theologe und Kolumnist Jürgen Mette sieht in dem Ganzen hingegen ungeahnte Chancen. Für den Biologen und Blogger Markus Till ist die Sache dagegen klar: Zurück zu Gott und der Bibel, dann wird alles gut.

Es ist also ordentlich was los – und jetzt?

Und weil es beim Thema Kirchenaustritt viel um Statistik, Gründe und Motivationen unterschiedlicher geht, dürfen empirische Studien nicht fehlen. Und da muss man ehrlicher weise sagen: Das Thema ist nicht neu und gehört vielleicht zu den bestuntersuchtesten Feldern in der Theologie. Was ist aber neu und vor allem wichtig in der Debatte? Die Beschleunigung, denn während die Austittszahlen relativ stabil (schlecht) sind, schlagen die Folgen der Austritte jetzt bis an die Basis durch. Und wenn sich der „Rauch der Aufregung“ verlogen hat, dann liegt in der ganzen Debatte tatsächlich eine Chance, denn eines ist allen Beteiligten klar, es geht hier nicht um Folklore, sondern um eine Transformation der beiden großen Kirchen. Und während manche noch beschwichtigen stellen andere schon strukturelle Grundpfeiler wie die Kirchensteuer in Frage (Pro und Contra Kirchensteuer).

Andere hören erstmal zu und das ist sicher ein guter Weg und hier helfen dann auch empirische Umfragen, damit man sich ein Bild über die Gründe machen kann, warum Menschen aus der Kirche austreten oder auch, warum sie drin bleiben (Berlin: Die Tür bleibt offen). Auch das Bistum Köln hört seinen (verlorenen) Mitgliedern jetzt zu. Gut so. Wieder andere bieten eher einfache Lösungen an. Aber die Frage ist nicht einfach und deshalb möchte ich mich ihr eher analytisch nähern:

Wann treten Menschen aus der Kirche aus?

Zum einen ist die Austrittswahrscheinlichkeit im Alter zwischen 20 und 35 Jahren am höchsten, wobei sie bei Männern nochmals deutlich höher ausfällt als bei Frauen. In dieser Altersspanne tritt man sehr oft seinen ersten gut bezahlten Job an und spürt damit zum ersten Mal, dass die Mitgliedschaft in der Kirche Geld kostet. Zum anderen steigt die Wahrscheinlichkeit, die Kirche zu verlassen, bei den Frauen nochmals zwischen 40 und 50 Jahren.

Warum treten den Menschen aus der Kirche aus?

Das Herausfordernde? Es gibt nicht den Grund, sondern es sind immer eine Menge an Gründen. Viele Menschen treten aus den Kirchen aus, weil sie ihnen als altmodisch und aus der Zeit gefallen vorkommen. Zu diesem Image tragen zum einen theologische und ethische Ansichten bei, die mit einem modernen Weltbild als unvereinbar erscheinen (z.B. eine kirchliche Sexualmoral oder die Rollen von Frauen in der Katholischen Kirche), aber auch hierarchische Strukturen, die in einer demokratisch verfassten Gesellschaft als nicht mehr opportun erachtet werden. Anderen ist die Kirche zu politisch oder zu theologisch liberal, sie wünschen sich eine Kirche, die mehr zu ihrem Glaubensmodell passt. Dann nennen viele Ausgetretene die Kirchensteuer als Austrittsgrund. Manchen ist sie zu hoch für den Service, den sie im Gegenzug bekommen. Anderen dient sie als Symbol für den Reichtum der Kirchen, der entweder nicht mit ihrem jesuanischen Anspruch vereinbar erscheint oder in den Augen der Ausgetretenen unzweckmäßig eingesetzt wird. Weiterhin werden negative Erfahrungen mit den Kirchen angeführt. Einigen erscheint die Kirche im Alltag als zu bürokratisch und zu wenig dem Menschen zugewandt. Andere beklagen einen Lebensstil von Pastoren und Priestern, der dem gepredigten Anspruch beider Kirchen widerspricht. Schließlich fallen in diese Motivgruppe auch persönliche Enttäuschungen, die aus Versäumnissen und Fehlverhalten in der Seelsorge entspringen, etwa wenn sich Menschen in ihrer Trauerarbeit von der Seelsorgerin oder dem Seelsorger nicht ernst genommen fühlen. Dann verlassen Menschen die Kirchen, weil sie ihren Glaubens- und Moralvorstellungen nicht mehr zustimmen können. Diese Divergenz – etwa in der Frage, ob gleichgeschlechtliche Paare mit dem Segen Gottes zusammenleben dürfen – führt Menschen dazu, der Institution, die für sie nicht mehr nachvollziehbare Inhalte vertritt, den Rücken zu kehren. Schließlich berichten Ausgetretene auch davon, dass sie nicht mehr glauben oder auch glauben könnten, ohne einer Institution anzugehören. In diesem Fall stellt die individuelle Religiosität das Austrittsmotiv dar, die entweder erloschen ist oder auf eine Art und Weise gelebt wird, bei der man keiner Kirche bedarf. Nimmt man die letzten Forschungen zu dem Thema, dann kann man zusammenfassend von drei Motiven sprechen:

  1. Austritt als formaler Akt: Einige der Befragten fühlten sich der Kirche nie verbunden und stellen mit ihrem Austritt einen formalen Zustand her, der dem inneren Befinden entspricht. Andere driften einfach aus der Kirche hinaus, weil sie entweder kaum Kontakt zu deren Leben haben oder die einst gespürte Verbundenheit immer schwächer wird.
  2. Austritt als Befreiung: Wieder andere befreien sich durch den Kirchenaustritt aus einem Zustand ständiger Enttäuschung, den ihnen die Mitgliedschaft in dieser Institution aus unterschiedlichen Gründen bereitet. Der Austritt bedeutet damit eine individuelle Befreiung. Ein ähnliches Gefühl stellt sich bei den Befragten ein, die die Kirche verlassen haben, weil sie sich durch diese Gemeinschaft in ihrer individuellen Freiheit eingeschränkt gefühlt haben.
  3. Austritt als spiritueller Akt: Schließlich gibt es eine Gruppe von Menschen, die sich einst sehr in ihren Gemeinden engagiert haben, irgendwann aber dem oder einigem, wofür Kirche steht, nicht mehr zustimmen konnten. Dieser Konflikt wird von den Befragten gelöst, indem sie aus der Kirche austreten.

Es geht nicht nur ums Geld, sondern um die Beziehungen.

Neu in der aktuellen Diskussion, ist außerdem, dass es bei der ganzen Thematik nicht nur um die Kirchensteuer geht, sondern viel mehr um die Entfremdung der Menschen zu ihrer Kirche. Nehmen wir die Ergebnisse unserer Studie (Universität Siegen und Institut empirica), dann lässt sich ein idealtypisches Modell des Kirchenaustritts rekonstruieren, das auch für die Frage des Kirchenverbleibs von Wichtigkeit ist. Es begreift den Austritt als Prozess von einer, mehr oder weniger, engen Bindung der Befragten an die katholische Kirche in ihrer Kindheit, hin zu einer fehlenden Bindung. Dieser Prozess der Entfremdung wird verursacht durch Glaubenszweifel, das Erscheinungsbild der Kirche (Macht, Unglaubwürdigkeit), einer persönlichen Diskrepanz zu ethischen Positionen der Kirche und/oder der anti-modernen Haltung der Kirche. Auslöser des Austritts im eigentlichen Sinn sind dann entweder die Kirchensteuer oder ein persönlich enttäuschendes Erlebnis. Traditionen, vor allem in Form von einzelnen Ereignissen (wie Trauungen, Beerdigungen etc.) scheinen zwar noch bei vielen geschätzt, insgesamt lässt sich bei den Befragten (welche eher aus dem höheren Bildungsniveau stammen) jedoch feststellen, dass es längst kein Motiv mehr ist in der Kirche Mitglied zu sein, „weil sich das so gehört“. Vielmehr scheint ein abwägender und nach dem Nutzen fragender Aspekt relevant zu sein. Nehmen wir noch einmal einen Rückbezug auf die Essener Austrittsstudie, dann lässt sich in den qualitativen Austrittsportraits ein Kosten-Nutzen-Modell feststellen, das aufzeigt, dass es nicht nur um materielle Kosten geht, sondern auch um soziale oder emotionale Kosten (wie Entfremdungsprozesse, enttäuschende Ereignisse etc.) geeignet sind, die Waage im Kosten-Nutzen-Kalkül in Richtung Austritt kippen zu lassen.

Das lässt sich auch gut in einem Schaubild abbilden, das wir entwickelt haben:

Abb. Riegel, Kröck, Faix 2018: 188

Hannes Leitlein von der ZEIT ist diesem Motiv ausführlicher Nachgegangen. 

So wie die Säkularisierung nicht das Ende der Religion im öffentlichen Raum ist, so sind die Kirchenaustritte nicht das Ende der Kirche. Aber beide Entwicklungen hängen miteinander zusammen und bieten für Religion und Kirche neue Chancen und Herausforderungen.

Schlüsselgruppe: Die 20% der Mitglieder, die überlegen auszutreten

Interessant ist vor allem die Gruppe der Mitglieder, die überlegt aus der Kirche auszutreten, sie umfasst ca. 20%. Diese Fokusgruppe ist vielleicht die wichtigste in dem ganzen Thema Kirchenaustritt, denn hier hat die Kirche noch einen direkten Zugriff durch die Mitgliedschaft und kann, wenn sie denn will, direkt ins Gespräch kommen. Aber genau das gestaltet sich oftmals schwierig, auch von Seiten der Kirche. Es gibt somit eine Gruppe von Ausgetretenen, die von der Kirche auch nach ihrem Austritt angesprochen werden könnten. In mehreren Interviews wurde das Ausbleiben einer solchen Ansprache sogar explizit als Beweis für die Richtigkeit des Austritts herangezogen. Welche konkrete pastorale Strategie hier greifen kann, muss vor Ort entschieden werden. Das Bistum Essen hat eine Stelle mit Ansprechpartner für Austrittswillige und Ausgetretene als Reaktion darauf eingerichtet, was sicher ein erster guter und einfacher Schritt ist. Des weiteren ist das Ehrenamt eine gute Prophylaxe gegen Kirchenaustritt. Da wo sich Menschen engagieren, entwickeln sie auch Identität. Dies gilt besonders für die junge Generation, sie braucht den Freiraum, Kirche mitzugestalten und zwar in ihrer Form und Sprache. Gerade für junge Erwachsene gibt es kaum Angebote in der Kirche, das fängt dann erst wieder bei Familien an, aber diese Zielgruppe, ist, wie wir gesehen haben, ganz entscheidend! Dabei sind viele junge Erwachsene spirituell indifferent und offen oder sogar auf der Suche, aber eben nicht in der Kirche und genau da müssen wir ansetzen. Und das beginnt mit ganz einfachen, aber wichtigen Schritten, wie einer

  1. klaren, verständlichen Sprache
  2. verständliche und öffentlich dargelegte Zielstellungen kirchlicher Arbeit
  3. geschwisterliche Teilhabemöglichkeiten
  4. eine dem Auftrag entsprechende Führungskultur und Aufgabenwahrnehmung
  5. moralische Integrität kirchlicher Amtsträgerinnen und Amtsträger im Ehrenamt wie in der beruflichen Tätigkeit
  6. nicht zuletzt: integres, transparentes, effektives und effizientes Finanzgebaren

Insofern bin ich zuversichtlich, dass Kirche sich auch bewegen und umlernen kann.

Aber wie kann das jetzt praktisch umgesetzt werden?

Die Pfarrerin und ZEITkolumnistin Hanna Jacobs hat nicht nur ihre Kirche kritisiert, sondern auch gefragt, was alles gut läuft. Blickwechsel, nach vorne, dies scheint mir auch wichtig zu sein. Zusammen mit den Machern der Freibuger Studie, der Badischen Landeskirche und der Uni Siegen, haben wir uns Gedanken gemacht, wie unser Beitrag aussehen könnte und haben eine sehr spannende Tagung ins Leben gerufen, die versucht Antworten auf die gestallten Fragen zu finden. Wie können Kirchen dem Mitgliederrückgang etwas entgegensetzen setzen und welche strategischen Entscheidungen, welche Innovationen erfolgversprechend auf die komplexe Situation des Relevanzverlustes und des Mitgliederrückgangs reagieren. Antworten darauf möchten wir gemeinsam suchen auf der Tagung

DER PAULUS-CODE. MITGLIEDERORIENTIERUNG HEUTE. Vom 8. bis 9. Okt.2019 in Hofgeismar.

Dabei sind spannende Menschen, aus Forschung, Kirchenleitung und Gemeindepraxis, die alle verbindet, dass sie die Kirche lieben und mutig neue Weg egehen wollen, wie aus katholischer Seite zum Beispiel Bischof Gerber (Bistum Fulda) oder Maria Hermann (Kirchehochzwei), auf evangelischer Seite zum Beispiel Pfarrerin Hanna Jacobs (raumschiff.ruhr) oder EKD Vizepräsident Dr. Thies Gundlach.

Ein detailliertes Tagungsprogramm mit Informationen zum Ablauf, Referentinnen und Referenten sowie den zahlreichen Praxisprojekten gibt es hier. Dort finden Sie auch einen Link zur Anmeldung.

Im Teilnahmepreis ist auch eines unseres im September erscheinenden Buches „Kirche – ja bitte!“ enthalten, indem wir ausführlich diesen Fragen nachgehen und viele “Gegenmaßnahmen” vorstellen.

Mit dem Buch und der Tagung wollen wir mutig nach vorn blicken und Einzelne sowie Kirchen neu dazu anregen, über die Wichtigkeit der Mitgliederorientierung nachzudenken und beherzt innovative Projekte zu starten. Dass dies angesichts knapper werdender finanzieller Spielräume nicht konfliktfrei ist, offenbart die Frage von Maria Herrmann, die für die ökumenischen Bewegung kirchehoch2 an der Tagung teilnimmt:

Wie kann das Neue gefördert werden, ohne das Bestehende abzuwerten?

Wir sind davon überzeugt, dass die Art und Weise, auf die Mitglieder der Kirche zuzugehen und mit diesen umzugehen, ein vielversprechender Ansatzpunkt ist.

Die Haltung gegenüber kontaktlosen Mitgliedern sollte von Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit geprägt sein.

So bringt es Frank Worbs, Leiter Kommunikation der Reformierten Landeskirche Aargau / Schweiz auf den Punkt, der im Rahmen der Tagung das vielbeachtete Modell „Lebenslang Mitglied bleiben“ vorstellt. Für Udo Schnieders von der Schomerus – Beratung für gesellschaftliches Engagement GmbH ist

„die Mitgliederorientierung de facto der Stresstest für eine Kirche, die missionarisch wirken und neue Menschen für die Botschaft und die Nachfolge Jesu Christi gewinnen möchte.

Wenn es gelingt

Leitungsverantwortliche in den Kirchen noch stärker mit den Anliegen der Mitgliederorientierung sowie den damit verbundenen inhaltlichen Aspekten vertraut zu machen“,

wie Bischof Michael Gerber und Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh im Vorwort zum Buch „Kirche – ja bitte!“ schreiben, dann

können viele ihre eigenen Ideen entwickeln, um die Frohe Botschaft in unserer Zeit anschaulich werden zu lassen und in die Welt zu tragen.“

 

Ergänzungen und eigene Erfahrungen sind herzlich willkommen….

 

Wer sich dafür interessiert, welche Auswirkungen der gesellschaftliche Wandel auf Kirchen hat, dem seinen meine Gedanken dazu aus dem aktuellen Journal “Ethik & Gesellschaft” empfohlen, hier die Zusammenfassung:

Kaum einer hat die religiösen Veränderungsprozesse der Gegenwart so treffend beschrieben wie Charles Taylor. In diesem Beitrag möchte ich seiner Grundthese der Säkularität folgen und fragen, was dies für Kirche in der Öffentlichkeit bedeutet („Wie spricht die Kirche zu unserer Welt?“). So wie die Säkularisierung nicht das Ende der Religion im öffentlichen Raum ist, so sind die Kirchenaustritte nicht das Ende der Kirche. Aber beide Entwicklungen hängen miteinander zusammen und bieten für Religion und Kirche neue Chancen und Herausforderungen. Diese sollen exemplarisch an Taylors Analyse von den ‚Suchenden‘ und den ‚Bewohnenden’ aufgezeigt werden. Dabei wird deutlich, dass die bisherigen Grenzen der beiden Gruppen (wie z.B. durch die Kirchenmitgliedschaft) zunehmend an Bedeutung verlieren und beide Gruppen in Bewegung aufeinander zu sind. Dadurch entstehen Zwischenräume, die kirchliche Arbeit in Zukunft verändern wird.

Hie geht es zum ganzen Artikel.

 

 

 

4 Comments

  1. Rainer Schwarzenthal

    Vor einer Engführung, der gerade Kirchenführer unterliegen, möchte ich warnen: Nennen wir es das Institutionalisierungsparadox. Einerseits realisiert sich die Frohe Botschaft in kirchlichen Institutionen und Organisationen immer nur selektiv (und damit sind Mitglietschaften darin prinzipiell zumindest latent gefährdet), andererseits braucht die Frohe Botschaft Formen der Institutionalisierung, um überhaupt diskursfähig, in Gemeinschaft lebbar zu sein. Demnach ist mit neuen Anstrengungen der Verbreitung der Frohen Botschaft nicht gleich auch eine Stärkung der Kirchenmitgliedschaft verbunden. Kirchen sind kontingente Varianten religiöser Institutionalisierung, die (zukünftig) auch anders ausfallen können, vielleicht sogar müssen, wenn man will, dass die Frohe Botschaft mit Akzeptanz Gehör finden soll.
    Hintergrund dieser Überlegungen zu finden in: Konflikt und Ausgrenzung in der katholischen Kirche. Analysen zu Selektivität religiöser Institutionalisierung.

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    • Danke, ja kann ich nachvollziehen, es kann nur ein Miteinander von “Institution und Früher Botschaft” geben (McLuhan würde sagen: The Medium is the Message), spannend ist doch, wie Ihre Frage, “wie kann es anders aussehen” beantwortet wird, oder?

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