„Roadtrip mit Gott. Das kirchliche Startup UND Marburg geht an die Öffentlichkeit.“

Kultur & Glaube

 

 

Nach über 2,5 Jahren intensiven vorbereiten, beten, planen, einüben, streiten, versöhnen, scheitern, weitermachen, nachdenken, diskutieren, nochmal diskutieren, ausprobieren, wieder verwerfen, noch mal probieren und endlich für gut befinden geht es jetzt los. Das kirchliche Startup UND Marburg erblickt am 11. September das Licht der Öffentlichkeit.

Hier unser Opening Gottesdienst:

Mutig Neues ausprobieren

Und ich und wir alle, die den Roadtrip der letzten Jahre mitgemacht haben, freuen uns, denn wir träumen davon, miteinander Kirche zu leben, die zeitgemäß, authentisch und vielfältig in Glaubens- und Lebensstilen ist, die mutig und innovativ Neues ausprobiert und Raum für Entfaltung und Entwicklungen lässt. Jungen und älteren Menschen etwas zutraut und ein kleines Stück des Reiches Gottes widerspiegelt. Dabei muss nicht alles neu erfunden werden, sondern wir wollen bestehende soziale, diakonische und kirchliche Ideen und Projekte innerhalb Marburgs unterstützen und miteinander verbinden. Gemeinsam suchen wir dabei das gute Leben und Gottes kreativen und liebevollen Herzschlag in unserer Welt. Lokal und global wollen wir uns dabei für Gottes Gerechtigkeit, Frieden und gelebte Nächstenliebe einsetzen. Und ja, so sehr wir uns dies wünschen und darauf hinarbeiten, scheitern wir auch genau daran. Und das gehört dazu, denn es geht uns vor allem um Beziehungen und nicht um Perfektion. Das zeigt auch unser Name.

Ein UND steht nie allein

Der Name ist zugegebenermaßen etwas sperrig, aber dafür programmatisch und spiegelt unser Anliegen perfekt wieder. Ein UND steht nie allein. Ein UND braucht immer Ergänzung. Ein UND ist unvollendet. UND soll Menschen miteinander und mit Gott verbinden. Die UND DNA  verbindet dabei unterschiedliche Frömmigkeitsstile, Generationen und theologische Richtungen miteinander, die traditionell eher nebeneinander standen.

 

Hybride Kirche auch nach Corona

UND Marburg ist eine hybride Kirche, die es sich zum Ziel gesetzt hat, kirchliche Formate jederzeit und für jede und jeden zugänglich zu machen. Daher gibt es spezielle Online-Formate und neue Gottesdienstformen, die die Partizipierenden der Präsenzveranstaltung mit der Online-Community verbinden. So kannst du auch bei unserem Opening live online dabei sein:

Kein Gebäude – UND ist an vielen Orten zuhause

Als UND besitzen wir kein eigenes Gebäude, sondern sind an vielen Orten in Marburg und in den sozialen Medien zuhause. Unsere Gottesdienste feiern wir hybrid 14tägig im Kultur- und Gründerzentrum Lokschuppen und die Sonntage dazwischen in kleinen Gruppen und an ganz unterschiedlichen Orten und wir nennen das Community Sonntage. Unter der Woche gibt es alterspezifische und thematische Veranstaltungen (von Jugend über Diakonie bis Kunst) und ganz unterschiedliche Kleingruppen.

UND Marburg als Teil der evangelischen Kirche

UND Marburg besteht aus unterschiedlichen Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft. Menschen, die auf der Suche sind nach dem „mehr im Leben“, die nach Spiritualität und Schönheit suchen. Menschen, die sich zugehörig fühlen und unsere Vision in ihren Grundzügen teilen, nennen wir Weggefährt:innen. Rechtlich gesehen ist UND Marburg ein gemeinnütziger Verein (UND Marburg e.V.) innerhalb des Kirchenkreises Marburg. UND Marburg ist so Teil der evangelischen Kirche und versucht die gute Nachricht in frischen Formen zu kontextualisieren, so dass das Evangelium neu erlebt werden kann. Uns ist dabei klar, dass dies nur bruchstückhaft geschehen kann, aber gerade in dieser Angewiesenheit auf Gott selbst und als Teil einer etablierten Kirche wollen wir einen Beitrag dazu leisten, Kirche neu sichtbar zu machen. UND Marburg ist so ganz Kirche ohne ganz Kirche zu sein. Außerdem will sich UND Marburg durch diakonische und soziale Kooperationen in die Stadtbelange konstruktiv einbringen.

Agile Strukturen – für mehr Beweglichkeit und Machtverteilung

Leitung und Struktur von UND Marburg versucht kooperativ mit agilen Strukturen vor allem Ehrenamtlichen in einzelnen Clustern und Bereichen mehr Gestaltungsmacht zu geben. Dies bedeutet auch, dass die Hauptamtlichen eine neue Rolle haben, indem sie die Ehrenamtlichen begleiten und schulen. Es gibt also nicht mehr die Leiterin oder den Pfarrer, sondern alles wird in Teams miteinander entschieden. Das ist kommunikativ aufwändig, aber so kann die klassische Top-Down-Struktur durchbrochen werden und neue Teilhabestrukturen entstehen. Neben der klassischen Mitgliedschaft gibt es deshalb den Status der Weggefährt:innen, die die Identifikation gerade für die junge Generation fördern soll.

Der Roadtrip geht weiter

Die letzten 2,5 Jahren haben wir viele kirchliche Formate geübt, haben versucht neue Elemente einzuüben und wurden durch Corona zum digitalen Gottesdienstglück gezwungen. Wir haben Koch- und Kunstgottesdienste gefeiert und Open Air Gottesdienste auf verschiedenen Grillplätzen Marburgs und die letzten zwei Monate im Lokschuppen neue gottesdienstliche Formate ausprobiert, jetzt die Eröffnung und dann geht der Roadtrip weiter mit vorbereiten, beten, planen, einüben, streiten, versöhnen, scheitern, weitermachen, nachdenken, diskutieren, nochmal diskutieren, ausprobieren, wieder verwerfen, noch mal probieren und dann bin ich gespannt, was noch alles kommt…

Mehr Infos bekommst du auf unserer Homepage.

Bleibe mit uns verbunden auf Instagram oder Facebook.

Und hier ein paar Einblicke in unseren Roadtrip der letzten 2,5 Jahre, in die Struktur und unsere Vision:

2 Comments

  1. Richtig cool! Verfolge das aus Nordhessen mit riesigem Interesse. Und bin am Sonntag bei der Eröffnungssause mit dabei. Alles Gute und guten, tragenden Rückenwind euch als UND Marburg!

    Spannend, was du zu agilen Strukturen beschreibst. Das Thema treibt mich gerade sehr um. Woran habt ihr euch da orientiert bzw. inspirieren lassen? Die Kreis-Organisation sieht für mich stark nach Soziokratie bzw. Soziokratie 3.0 aus.

    Liebe Grüße aus Kassel, George

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    • Danke! Ja, es ist eine Mischung aus ganz verschiedenen “Vorbildern”, die wir versucht haben für Gemeinde zu kontextualisieren, mal sehen ob es klappt! 😉

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